Cat Jimenez - Tanz, Choreographie

Die in Wien lebende Künstlerin Cat Jimenez wurde 1986 als Paz Katrina Jimenez in Cebu City auf den Philippinen geboren und zog mit ihrer Familie im Alter von vier Jahren nach Österreich. Mit ihrem Hintergrund in bildender Kunst und Streetdance bewegt sie sich in ihrem Schaffen zwischen der expressiven Fülle der Hip-Hop-Kultur und der minimalistischen Ästhetik zeitgenössischer Kunst. Seit 2015 ist Cat Jimenez hauptsächlich im Theater aktiv. Sie arbeitete u. a. mit Hungry Sharks, Cie. Gervasi, Studio Nita, Dschungel Wien und performte bei Festivals wie Sound:Frame, Donaufestival, Danza Bolzano.  https://whadupcat.tumblr.com

Editta Braun - Tanz Alter Ego, Choreographie, künstlerische Leitung

* 1958, Studium (Germanistik, Sportwissenschaft), Tanz- und Schauspielausbildung in New York und Paris. Gründung des Performancekollektivs Vorgänge, 1989 der editta braun company Salzburg. Jährliche Kreationen, weltweit auf Tour, internat. Kooperationen. Seit 1996 enge Zusammenarbeit mit Thierry Zaboitzeff (Musik, Komposition). Lehrtätigkeit u.a. in Linz, Salzburg und Wien, Internationaler Preis für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg 2014, Grofler Kunstpreis des Landes Salzburg 2017.


Thierry Zaboitzeff - Komposition

* 1953 in Nordfrankreich, Mitbegr¸nder, Komponist und stilpr‰gender Protagonist der Avantgarde-Rock-Formation ART ZOYD, Welttourneen. Gr¸ndet 1999 "Zaboitzeff & Crew". Freischaffender Komponist und Musiker, kreiert neben eigenen Projekten (zum Beispiel der Komposition f¸r die Klangwolke Linz auch f¸r Film, Events, Schauspiel, Tanz). Veröffentlichung von 28 Alben.  www.zaboitzeff.org


Thomas Hinterberger - Lichtdesign

* 1959 in Linz, Regisseur und Lichtdesigner, arbeitet mit verschiedenen Ensembles (editta braun company, Taka Tuka-Theater, Stifterhaus Linz,  Dramos Teatras Kaunas). Erhält 2004 den Anerkennungspreis für Theater des Landes Oberösterreich.  




Martyna Lorenc - choreographische Assistenz, Coaching

* 1987 in Polen. Choreographin, Performerin, Forscherin. MSc. Kognitionswissenschaften, BA Tanz & Pädagogik. Langjähriges Mitglied von  e b c  und C.O.V. Company Off Verticality/Rose Breuss. Engagements bei Alex Gottfarb, Alexandra Waierstall, Rosalind Crisp, Georg Blaschke, David Zambrano, u.a. Mitbegründerin des Kunstkollektivs Lab On Stage. Kreiert ihre choreographische Arbeiten oft in experimentellen Formaten. Ihre Arbeit schöpft aus interdisziplinärer Forschung. Performt mit  e b c  in: planet Luvos, 4plus1, instant, CLOSE UP, Close Up 2.0, 4only, Fanghoumé, Hydráos, Human.  www.martynalorenc.com


Gerda Poschmann-Reichenau - Dramaturgie

* 1969 in München, studierte Theaterwissenschaften in München und Paris.

Nach der Promotion bis 1999 Theaterdramaturgin in Salzburg, seit 2000 freiberuflich tätig als Dramaturgin, Lektorin, Übersetzerin und Autorin.



Pascale Staudenbauer - Tanz Alter Ego, 2nd Cast

* in Salzburg, studierte zeitgenössischen Tanz an der Kunsthochschule ArtEZ Arnhem (NL). Seit 2008 gehört sie zum Toihaus Ensemble Salzburg. Als freischaffende Tänzerin, arbeitete sie u. a. mit T`eig Theater und Hubert Lepka. Pascale ist zertifizierte Yogalehrerin mit integriertem Spiraldynamik® Basic Lehrgang und unterrichtet Vinyasa Yoga und Tanz in Salzburg.  www.PascaleStaudenbauer.com


«Layaz»

Premiere: 4. Oktober 2019, SZENE Salzburg, weiterentwickelte Neufassung uraufgeführt am 14. Oktober 2020, tanz_house Festival Salzburg


Tanz, Choreographie: Cat Jimenez

Tanz Alter Ego: Editta Braun (Zweitbesetzung Pascale Staudenbauer)

Choreographie, künstlerische Leitung, Visuals:

Editta Braun

Komposition: Thierry Zaboitzeff

Dramaturgie: Gerda Poschmann-Reichenau

Lichtdesign: Thomas Hinterberger


Coaching: Martyna Lorenc

Schneiderei: Lili Brit Pfeiffer

Photographie: Bettina Frenzel

Länge: 50 Minuten

Förderer: Österreichisches Bundeskanzleramt, Stadt Salzburg, Land Salzburg, SZENE Salzburg, L'Estruch Fàbrica de produció (Katalonien/Spanien)


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«Layaz»

Wie kann eine junge Frau unter den vielen verhüllenden und schützenden Schichten, die sie umgeben, das eigene Selbst finden? Ein Stück über Identität, Freiheit, das „Andere“, das uns innewohnt – und über weibliche complicité über Generationen- und Kulturgrenzen hinweg.


Am Anfang steht eine puppengleiche, stark verhüllte dunkle Silhouette. Was lebt und pulst da unter dem Kokon aus schützenden Schichten, die zugleich Gefängnis sind? Erwartungen, Träume und Sehnsüchte verwandeln sich in Energie. Nach und nach entfaltet sich Bewegung, Hüllen fallen und mit ihnen die Fesseln. Eine junge Frau sucht nach Ausdruck und entdeckt das Potential, das in ihrem Körper steckt.

Sie ist nicht allein. Mal nah, mal aus der Ferne, erst zwillingshaft ähnlich, dann deutlich anders, beobachtet und begleitet eine zweite Gestalt ihre Entwicklung auf diesem Weg, geht ein Stück mit als Schatten, Spiegelbild und Alter Ego, vielleicht Erinnerung, Projektion oder einfach Freundin. Die complicité und wortlose Kommunikation zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen ist Ausdruck weiblicher Solidarität, die Grenzen jeder Art überwindet.

Die editta braun company erkundet mit Layaz unbekanntes Terrain und verknüpft dessen künstlerische Erforschung und Erschließung mit der Frage nach Identität, Freiheit und dem „Anderen“, das jedem von uns innewohnt. In Cat Jimenez, erfahren in Urban Dance und der Disziplin des "Battle", verbindet sich eine ursprünglich zutiefst männliche und stark codierte Ästhetik mit feministischem zeitgenössischem Tanz. Editta Braun kehrt mit der Übernahme der Hintergrundrolle nach langen Jahren zurück auf die Bühne.

Reaktionen auf «Layaz»


Die Kritik würdigte das Thema der Suche nach der wahren Identität, "das nicht nur die Tänzerin, Cat Jimenez, persönlich betrifft, sondern viele Menschen, ob sie ihr Geburtsland, ihren Kulturraum, freiwillig oder gezwungen, aus Not oder Abenteuerlust verlassen haben.“ Aber auch das ästhetische Wagnis, sich auf Neuland „zwischen dem freien, zeitgenössischen Tanz und den Regeln des Urban Dance - Battle oder Ballett“ zu begeben, wird geschätzt: „Spannend, wie in der gemeinsam von Tänzerin Cat Jimenez und Choreografin Editta Braun entwickelten Performance, die Bewegungssprachen einander ablösen. Spannend, wie sich aus dem stilisiertem Bild der von Konvention unterdrückten ein Bild der selbstbewussten modernen Frau wird.

Eine kleine – nur fünfzigminütige – aber feine Arbeit, die Editta Braun zum Dreißiger ihrer Company in der Szene Salzburg sich selbst und dem Publikum geschenkt hat."

(Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur, 1.10.2019)