KÜNSTLERISCH
Geboren 1958 im oberösterreichischen Salzkammergut erhält Editta Braun früh Untericht in klassischem Ballett und Klavierspiel. An der Universität Salzburg studiert sie Sportwissenschaften und Germanistik, ihre Tanzausbildung erhält sie in Paris und New York. Ihre wichtigsten LehrerInnen: Cristina Caprioli, Sônia Mota, Peter Goss, Elio Pomare; Schauspiel: Walter Lott (method acting)
1982 gründet sie das Kollektiv Vorgänge, das 1986 den damals international begehrtesten Choreographiepreis von Bagnolet gewinnt (ex equo mit Saburo Teshigawara).
Editta Braun kreiiert seit 1989 ihre eigenen unverwechselbaren Tanzstücke, die durchwegs einem expressiven, theatralen Stil verpfichtet sind , Humor und Pathos stehen oft dicht beieinander, immer auch verwoben mit einem entschieden gesellschaftskritischen Engagement.
Dem engerwerdenden Maschennetz des systemischen Sachzwangs, setzt
sie die Konfrontation mit den Produktionsbedingungen der sogenannten
'Dritten Welt' entgegen. Durch viele künstlerische Produktionen in Indien, Uzbekistan, Ägypten oder im Senegal macht sie nicht nur Erfahrungen im realen 'Draußen' - sondern holt diese Erfahrungen herein in unseren zunehmend hermetischen Gesellschaftsraum.
Sie ist in Europa, in Afrika und Asien bei renommierten Festivals zu Gast.
Charakteristisch sind Editta Brauns enge Zusammenarbeit mit Komponisten und Live-Musikern sowie Künstlern außerhalb Österreichs. Seit 1996 ist die Entstehung ihrer Stücke eng mit der Musik des Komponisten und Musikers Thierry Zaboitzeff verbunden.
AKADEMISCH
Mag. phil.
Studium von Germanistik und Sportwissenschaften an der Universität Salzburg von 1976-1982. Diplomarbeiten: „Sport an Alternativschulen“ und „Kunst ist lamentieren – Maria Erlenbergers Werk aus feministischer Sicht“.
Seit 1987 Lehrbeauftragte am Institut für Sportwissenschaften, jetzt Interfakultärer Fachbereich für Sport- und Bewegungswissenschaften (gymnastisch-tänzerische Bewegungsformen, akrobatisch-turnerische Bewegungsformen)
Seit 1997 Lehrtätigkeit am Bruckerkonservatorium Linz, jetzt Anton Bruckner Privatuniversität (Zentrales Künstlerisches Fach Zeitgenössischer Tanz, Physical Theater, Improvisation, Betreuung von Baccelorarbeiten).
WEITERE PÄDAGOGISCHE TÄTIGKEITEN
Dozentin bei den Internationalen Tanzwochen Wien von 1992 – 1997
Auftragschoreographien für die Ballettschule der Wiener Staatsoper von 1994 – 1997
Jugendprojekt „wintertime“ 2006 (Porg Englische Fräulein/Festspielhaus St. Pölten)
Workshops im In- und Ausland.
Editta Braun gilt als Pionierin des zeitgenössischen Tanzes in Österreich, hat auf nationaler Ebene seit Mitte der 80er Jahre entscheidend dazu beigetragen, Netzwerke für den Tanz zu schaffen und hat zur Stärkung der „Tanzszene“ beigetragen, Arbeitsmöglichkeiten und Festivals auf die Beine gestellt.
Von Anfang an pflegte sie – mit Homebase Salzburg - auch international Kontakte und Kooperationen, die in Österreich auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Es ist ihr dabei gelungen, mit Personen zu arbeiten, die ihrerseits großen Einfluss auf die Entwicklungen in ihren Ländern hatten und so den guten Ruf der „österreichischen Tanzszene“ in Europa mitzubegründen.
Durch ihre Lehrtätigkeiten (zB Bruckneruni Linz, Uni Salzburg) und Kooperationen (musisches Gymnasium Salzburg, Impulstanz Wien) sorgt sie weiterhin für Lebendigkeit und fundierte Ausbildung in diesem Bereich und führt junge Menschen zu professionellen körperlichen und kreativen Arbeitsweisen. Auch im Bereich der Verfilmung von Tanz hat Editta Braun schon früh Bemerkenswertes geleistet (Zusammenarbeit mit Othmar Schmiderer, Wolfram Paulus, Hannes Klein, u.a.).
Ihre Tätigkeit ist seit längerer Zeit konsequent auf das Engagement ihrer Salzburger Company in aussergewöhnlichen internationalen Zusammenhängen gerichtet ist.
Editta Braun entwickelt sozial engagierte Projekte (vor allem in Afrika und Asien) mit TänzerInnen, SchauspielerInnen, AutorInnen und ChoreografInnen, konfrontiert und verbindet deren Kultur- , Geschichts- und Sozialidentität mit mitteleuropäischen Traditionen und zeigt die Ergebnisse weltweit.
Schwer zu beschreiben, aber mit Sicherheit ein aussergewöhnliches, langfristiges, geduldiges und erfolgreiches Projekt der internationalen kulturellen Entwicklung und Verbindung.
(Beda Percht, Regisseur)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Buchveröffentlichungen über Editta Braun in
Kleibel, Caroline: Bühnenfrauen. Lebens-Situationen. Linz, 2001 (Fram)
Amort, Andrea und Wunderer-Gosch, Mimi (Hsg.): Österreich tanzt. Geschichte und Gegenwart. Wien-Köln-Weimar 2001 (Böhlau)
Poschmann-Reichenau: Tanz, Kunst, Leben. 20 Jahre editta braun company. 2009. www.amazon.de
Buchveröffentlichungen von Editta Braun in
Habringer, Rudolf und Mautner, J.P. (Hsg.): Der Kobold der Träume. Spuren des Unbewußten, Wien 2006 (Picus)
Thuswaldner, Anton (Red.): Das Salzburger Jahr 1989. Eine Kulturkronik. Salzburg 1989 (Residenz)
PREISE
1986 Zweiter Preis und Preis für die Innovativste Choreographie beim Concours Chorégraphique International de Bagnolet/Paris für «Lufus» des Kollektivs Vorgänge
1995 Bronzemedaille beim New York Film Festival for „Collision“, Regie Othmar Schmiderer
2001 Preis für die beste Regie beim Cairo International Festival for Experimental Theatre für “Nebensonnen”.
ZUSAMMENARBEIT MIT KÜNSTLERN UND KÜNSTLERINNEN
Jean Babilée, dancer, choreographer
Thierry Zaboitzeff, composer
Peter Valentin, composer
Gerda Rippel, singer
Wolfram Paulus, film director
Othmar Schmiderer, film director
Barbara Neuwirth, writer
Rebecca Murgi, choreographer
Shlomo Bitton, choreographer
Arturas Valudskis, theater director
Teresa Ranieri, choreographer
Beda Percht, director
Hubert Lepka, director
Peter Arp, theater director
Mahmoud Aboudoma, writer, theater director
Laurie Booth, choreographer
Wim Vandekeybus, choreographer
Fatou Traoré, choreographer
Nadine Ganase, choreographer (Rosas)
Peter Angerer, musician
Rudolf Habringer, writer
Toni Kernjak, piano player
Christine Augustin, singer
Stefan Schubert, musician
dancers/performers:
Céline Guillaume, Barbara Motschiunik, Tomaz Simatovic, Juan Dante Murillo Bobadilla, Anna Maria Müller, Viviana Escalé, Zoé Alibert, Lisa Hinterreithner, Ulrike Hager, Sabile Rasiti, Sandra Hofstötter, Stella Zannou, Maria Koliopoulou, Jianan Qu, Erich Rudolf, Magaléna Caprodova, Andrej Petrovic, Jurai Korec, Patricia Böhn, Milos Galko, Vadislav Soltys, Robert Tirpak, Ibrahima Sene, Sonia Browne, Barbara Mülleder, Nadine Duda, Michaela Schweighofer, Sabrina Oukal, Eva Hager-Forstenlechner, Pascal Thièbe, Nirina Rajohanesa, Sébastien Laurent, Max Steiner, Georg Blaschke, Christoph Eichinger, Valentina Bordenave, u.a.
actors:
Khaled Raafat, Awatef Ibrahim, Sherif Dessoki, Sara Rashad, Christoph Kail, Daniela Enzi, Ahmad Abo Kharma, Markus Kofler
FESTIVALS
Israel Festival 2007
Suzanne Dellal Contest / Tel Aviv
World Performing Arts Festival Lahore/Pakistan 2007, 2008
Amman International Theater Festival/Jordanien
Cairo International Festival For Experimental Theatre, 91, 2001, 2003, 2005, 2008
Creative Forum Alexandria / Egypt 04, 05, 07
24 heures spéctales non stop El Kef/Tunesien
International Choreography Contest Tokyo
Festival Kaay Feec Dakar / Senegal
Alliance Française Bangalore / India
HumoFestival Tashekent / Uzbekistan
5. Sib-Altera Festival Novosibirsk/Russia
MomenTTum Dance Festival Portoroz/Slowenia
Aquariius Era Festival Bourgas/Bulgaria
European Dance Festival Cyprus (Nicosia, Limassol)
Pushkintheater Moskau – Inter. Contemporary Dance Festival / Russia
Bagnolet ‘86 (Vorgänge)
New York Filmfestival ‘94
Eurodansefestival Mulhouse
Biennale Val de Marne / Paris
Théâtre du Gymnase / Paris
Théâtres des Amandiers / Paris
Théâtre Toursky / Marseille
Théâtre 140 / Bruxelles
Festival des Capucins / Luxemburg
International Dance Festival Thessaloniki/Greece
Klub Zak Gdansk / Poland
Altera Pars Theatre Athens
Tanzfestival Bielefeld
Mousonturm Frankfurt
Werkstatt Düsseldorf
Brotfabrik Bonn
Depottheater Dortmund
TanzRäumeFestival Hagen
Impulstanz / Wien
Impulsfestival / Bregenz
SZENEfestival Salzburg 1982-2001
tanz_house festival Salzburg 1992-2010
Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele ‘99
Festspielhaus St. Pölten - Festival Österreich Tanzt
Tiroler Landestheater
Posthof Linz
Brucknerfest 2004 2007, and others
FULL EVENING PIECES
Die Jagd (1989)
Materialien für Tanz & Musik (1990)
Collision (1991), Duett mit Jean-Yves Ginoux
Bonjour Adieu (1991), Auftragsarbeit für die Luxemburg Dance Company
But kind old sun will know (1992)
La vie, c’est contagieux (1993) mit der französischen Tanzlegende Jean Babilée
Voyage à Napoli (1994), Rock’n Roll und Tanz
Titania (1995), Duet mit Céline Guillaume über Kaiserin Sisi
Im Dschungel des Pianisten (1996)
Heartbeat - Concerto for Dance & Music (1997). Duo mit dem Musiker / Komponisten Thierry Zaboitzeff
India (1998), entstand in Südindien
Miniaturen (1999), Auftragswerk für das Eröffnungsfest der Salzburger Festspiele
Nebensonnen (2000), Quartett
Luvos, vol. 2 (2001), Quintett
manifest (2002), entstand im Senegal, Schauspiel, Tanz und Martial Arts
Tajine (2003), Improvisationsprojekt für Tanz und Musik
Eurydike (2004), Brucknerfest Linz, Kooperation mit schauspielhaus salzburg, Junge Philharmonie Salzburg/Elisabeth Fuchs und der Autorin Barbara Neuwirth
oXalis (2005), entstand in Griechenland und Österreich
Eurydike revisited (2006), Auftragsarbeit für das Welttheaterfestival Carnuntum
Matches of Time (2006), entstand in Italien und Österreich
Coppercity 1001 (2007), entstand in Ägypten und Österreich, Schauspiel und Tanz
Wenn ich einmal tot bin, komme ich ins Paradies (2008), entstand in Salzburg, Tanz und Livemusik
Abseits (2009), entsteht in Portugal und Österreich
King Arthur (2010), Tanz und Schauspiel
SHORT PIECES
listen to the moment (1991), Auftragsarbeit für die Luxemburg Dance Company
Welcome to Salzburg (1994), Auftragsarbeit für die Ballettschule der Wiener Staatsoper
Grey Blue Sky (1995), Auftragsarbeit für die Ballettschule der Wiener Staatsoper, 15 min.
Tutu. Ça va? (1996). Rock-Ballet , 10 min.
Fahrradwerkstatt (1997), Auftragsarbeit für die Ballettschule der Wiener Staatsoper, 9 min.
Fish (1998), 12 junge Tänzerinnen, 15 min.
Fragile (1998), 23 junge Tänzerinnen, 20 min.
Dornröschen schläft (1999), Auftragsarbeit für die Ballettschule der Wiener Staatsoper, 8 min.
Prêt-à-Porter (2000), 9 junge Tänzerinnen, 20 min.
Mozart ! (2001), Quartett, 13 min.
Zwei Sonnen (2002), Duo, 30 min., Auftragsarbeit für das HumoFestival Tashkent/Usbekistan
La Boîte (2003), livemusic & dance, 25 min.
FILMS
Lufus (1986), Regie: Kurt Liwehr, ORF-Kunststücke
Monaksia (1986), Regie: Rainer Berson, Tanzfiktion
Collision (1993), Regie: Othmar Schmiderer
Bronzemedaille beim New York Film Festival; Tanzfiktion
La Vie, c’est contagieux (1994), Regie: Wolfram Paulus; Doku
editta braun company at Kaay Fecc Festival in Dakar (2003), Regie: Hannes Klein; Doku für ORF
e.poration (2007), Regie: Hannes Klein; Kurzfilm
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august 2010
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